Aus der Geschichte der Stadt Chodau
Chodau gehört zu den Gebieten aus der Umgebung von Falkenau mit den ältesten historischen Nachweisen. Zu Ende des 12. Jahrhunderts war es Bestandteil des Grundstückseigentums des Klosters in Waldsassen, das sich bis nach Böhmen erstreckte. Dieses Kloster spielte eine bedeutende Rolle in der Organisierung der deutschen Kolonisation, die im Laufe des 12. und 13. Jahrhunderts die Basis der für lange Jahrhunderte stabilisierten ethnischen Zusammensetzung der hiesigen Bevölkerung bildete.
In der Hälfte des 14. Jahrhunderts wechselte Chodau seinen Eigentümer auf den Adel über. Im Rahmen des Zerfalls des Feudaleigentums wurde eher einheitliche Verwaltung von Chodau in zwei Teile geteilt und es wurden selbständige Ortschaften Unter und Ober Chodau gebildet. Die mit ihren Eigentümern und Einwohnern sind zum Bestandteil des komplizierten Lehensystems der Burg Loket, die bis zum 30-jährigen Krieg überlebte.
Damals ist es gelungen, die Teile von Chodau im Besitz des Geschlechtes Plankenheim vorübergehend zu vereinigen. Aus diesem Zeitabschnitt blieben die meisten baulich-historischen Sehenswürdigkeiten erhalten, unter denen die Barokkirche St. Vavřinec (erbaut 1725 - 1733) hervorragt.
Der früher landwirtschaftliche Chodau änderte seine Art wesentlich in der Zeit der Industrialisierung, wo reiche Bodenschätze, bes. Kohle und keramische Erden, aus der Umgebung von Chodau gefördert wurden. Seit Ende des 18. Jh. entwickelte sich die Braunkohlenförderung und im Jahre 1810 hat sich die Porzellanherstellung entwickelt, die bis in die heutige Zeit überlebte. Zur weiterer Entwicklung der Stadt Chodau trugen Maschinenbauwesen, Baufertigung und Glasbläserei bei.
Die Wirtschaftsentwicklung der Region gab Impuls für die Umwandlung von Chodau in eine Industriestadt. Im April 1869, also noch vor der Industrialisierung, kamen die Verwaltungsvereinigung von Unter und Ober Chodau in ein Komplex und die Erklärung des Gemeindes für Marktflecken zustande. Durch den Beschluß von Franz Josef I. vom 30. September 1894 wurde Chodau zur Stadt erklärt und bald verlieh der Keiser der Stadt als Symbol das Stadtwappen.
Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts wandelte sich Chodau in ein Wirtschaftszentrum des Industriegebietes zwischen Falkenau und Karlsbad mit einem reichen Gesellschafts- und Kulturleben um.
Die Folgen des zweiten Weltkrieges brachten Änderungen der Zusammensetzung der Bevölkerung von Chodau. Die Stelle der ausgesiedelten Deutschen nahmen Tschechen, Slowaken, aber auch andere Nationen ein, um sich an der Schaffung der Basis für eine moderne Stadt zu beteiligen. Das Aussehen der Stadt änderte deutlich der Aufbau von Neubausiedlungen aus Beton, der in den 50. und 60. Jahren die schnellste Lösung des Wohnungsbedarfes für neue Arbeitskräfte in das neu gegründete Maschinenfabrik Chodos und Vřesová darstellte.
Vergangene Jahrzehnte ließen die Stadt weiter wachsen und auf eigene Art und Weise entwickeln, die ungestüme bis ausbeuterische Art brachte allerdings jede Menge Probleme. Die Lösung gehört nun zu den wichtigsten Zielen der demokratischen Stadtleitung, die kurz nach freien Kommunalwahlen im Herbst 1990 ihre Arbeit begann. Einige Ergebnisse der demokratischen Stadtverwaltung machen sich bereits heute bemerkbar. Die Stadt mit 15000 Einwohnern besitzt trotz der Probleme alle Voraussetzungen, an ihre historischen Erfolge und Traditionen anknüpfen zu können.
Chodau in der Zukunft - historische Ansichtskarte
